Unterstützung der Rems-Murr-Kliniken für den Ernstfall: Überwältigende Resonanz und große Solidarität im Landkreis

Knapp 500 Rückmeldungen aus der Bürgerschaft / Auch bei der Schutzkleidung gingen zahlreiche Spenden von Unternehmen ein
Der Aufruf nach personeller Unterstützung für die Rems-Murr-Kliniken fand ein unerwartet reges Echo: Auf die Kampagne mit dem Titel „Sind Sie bereit uns im Ernstfall zu unterstützen?“ haben sich bisher knapp 500 Menschen mit medizinischem oder pflegerischem Hintergrund gemeldet. Es wurden aber nicht nur viele als ehrenamtliche Helfer registriert, um bei steigenden Patientenzahlen personelle Engpässe zu überbrücken. Die Kliniken konnten aufgrund der Kampagne zudem zahlreiche Arbeitsverträge schließen und dringend benötigte Kräfte im Bereich der Pflege dauerhaft für die Rems-Murr-Kliniken gewinnen. „Das war eigentlich nicht das Ziel der Kampagne, aber in Zeiten des Pflegnotstandes ist das ein sehr willkommener Effekt“, sagt der Geschäftsführer der Kliniken, Dr. Marc Nickel. Er freut sich, dass bei den Rems-Murr-Kliniken seit dem Start der Kampagne das Telefon in der Personalabteilung nicht mehr stillsteht und das Mail-Postfach fast überläuft.

„Die Resonanz auf unseren Aufruf ist für mich überwältigend“, so auch die Bilanz von Landrat Dr. Richard Sigel. „Man spürt, die Solidarität im Landkreis ist riesengroß. Das zeigen auch die zahlreichen bürgerschaftlichen Hilfsangebote, die derzeit in den Städten und Gemeinden entstehen. Allen, die auf ihre Weise mithelfen, die Krise gut zu meistern, bin ich dankbar“, so Sigel weiter.

Der gemeinsame Aufruf von IHK, Kliniken und Rems-Murr-Kreis für medizinische Schutzausrüstung war ebenfalls ein Erfolg. Der Aufruf zielte darauf ab, die Bestände dringend benötigter medizinscher Schutzausrüstung aufzustocken. Dieser Aufruf entstand aus der Not heraus, denn die Lagerbestände gehen aufgrund des hohen Bedarfs zu Neige und der Nachschub stockt nach wie vor. Die Beschaffung ist derzeit unmöglich oder man bekommt oft nur zu völlig überteuerten Preisen Material.

Seit dem gemeinsamen Aufruf des Landkreises und der IHK-Bezirkskammer gingen viele hundert Meldungen ein: Es gab zahlreiche kleinere Spenden, sogar ein Kindergarten steuerte Handschuhe bei. Einige Firmen spendeten aber auch größere Mengen an Schutzmaterial aus ihren Beständen – dazu gehören etwa Handschuhe, OP-Masken und Schutzkittel. Insgesamt kamen rund 1000 Exemplare der derzeit händeringend gesuchten FFP2/FFP3-Masken zusammen. Bei den Rems-Murr-Kliniken sei man seitdem zuversichtlicher, denn die gespendeten Masken helfen einige Tage lang.

Claus Paal, Präsident der IHK-Bezirkskammer Rems-Murr, sagt: „Diese hervorragende Resonanz auf unseren gemeinsamen Aufruf zeigt mir, dass die Gesellschaft im Rems-Murr-Kreis in Krisenzeiten zusammensteht. Unternehmen sind Teil der Gesellschaft und übernehmen Verantwortung. Ich danke den Unternehmen für diesen Einsatz, wissend, in welch schweren Zeiten sie selbst gerade stecken.“

„Diese Zeichen der Verbundenheit der Unternehmen bei uns im Rems-Murr-Kreis ist in der aktuellen Lage viel mehr als ein Zeichen der Solidarität und der Wertschätzung für unsere Kliniken und die Rettungsdienste“, so Landrat Dr. Richard Sigel. „Dank dieser Spenden haben wir wieder einige Tage Planungssicherheit. Das hilft, zumal wir zunehmend Anfragen bekommen, Einrichtungen mit Schutzausrüstung auszuhelfen.“

Die Bestände und die Verteilung werden von den Rems-Murr-Kliniken koordiniert. Sobald erste Lieferungen an medizinischer Schutzausrüstungen vom Land geliefert werden, sind der Landkreis und die Kliniken bereit, diejenigen Einrichtungen mit den größten Engpässen im Kreis zu unterstützen.

IHK und Landkreis bitten weiterhin um Spenden. Besonders benötigt werden nach wie vor:

• FFP-Masken
• Schutzkittel
• Mund-Nasen-Schutz

Dies vor dem Hintergrund, dass der Nachschub seitens Bund und Land weiterhin nicht in ausreichender Zahl im Rems-Murr-Kreis ankommt. Ganz einfach geht das über die Online-Plattform www.schutz-spenden.de, die von zwei Unternehmen aus dem Landkreis ebenfalls kurzfristig als Unterstützung aufgebaut wurde.