Erste Krebsberatungsstelle im Rems-Murr-Kreis gegründet

Psychosoziale Anlaufstelle für Menschen mit Krebserkrankung und ihre Angehörigen am Rems-Murr-Klinikum Winnenden
Winnenden. Die Diagnose Krebs trifft viele Menschen unerwartet, plötzlich und stellt nicht selten das bisherige Leben auf den Kopf. Im Krankheitsverlauf sind Betroffene über die medizinische Behandlung hinaus je nach individueller Lebenslage mit vielen Herausforderungen, Fragen und Sorgen konfrontiert. Dafür haben die Rems-Murr-Kliniken für Betroffene nun ein ambulantes Hilfsangebot geschaffen und die erste Krebsberatungsstelle im Rems-Murr-Kreis gegründet. Sie bietet den Menschen im Landkreis, die von einer Krebserkrankung direkt oder indirekt betroffen sind, eine Anlaufstelle für psychosoziale Fragen oder Probleme. Das kostenlose Angebot steht allen Betroffenen in jeder Krankheitsphase offen, unabhängig von einer Behandlung in den Rems-Murr-Kliniken. Aufgrund der derzeitigen Corona-Pandemie konnte der aktive Betrieb der Krebsberatungsstelle allerdings noch nicht wie geplant aufgenommen werden. Die Rems-Murr-Kliniken informieren über die Presse und ihre Webseite, sobald der Betrieb der Krebsberatung aufgenommen werden kann.

„Seit jeher verfolgt das Onkologische Zentrum das Ziel, Patienten mit Krebs im Heilungsprozess ganzheitlich zu versorgen“, betont Prof. Markus Schaich, Leiter des Onkologischen Zentrums am Rems-Murr-Klinikum Winnenden. „Umso mehr freue ich mich, dass wir unsere stationäre onkologische Versorgung mit einem ambulanten Angebot ergänzen können, das für alle zugänglich ist und eine auf den Einzelfall zugeschnittene Begleitung auch über längere Zeiträume hinweg leisten kann.“

Psychoonkologin und Leiterin der Krebsberatungsstelle, Eliza Gmähle ergänzt: „Die Diagnose Krebs ist oft eine große psychische Belastung und kann bei den Betroffenen schnell zu Unsicherheit in allen Lebensbereichen führen. Psychologische Begleitung oder soziale Hilfen sind deshalb neben der medizinischen Behandlung enorm wichtig, um nicht nur die Erkrankung selbst, sondern auch deren Folgen, beispielsweise im beruflichen oder im privaten Umfeld, gut zu bewältigen. Unsere erfahrenen Psychoonkologen und Sozialpädagogen bieten dafür professionelle Beratung, sorgen für Orientierung und vermitteln als Lotsen weiterführende Hilfsangebote.“

„Mit der neu geschaffenen Krebsberatungsstelle können wir sicherstellen, dass Patienten mit einer Krebserkrankung wohnortnah und somit in vertrauter Umgebung die bestmögliche Beratung und Unterstützung erhalten“, so Landrat Dr. Richard Sigel. „Damit können wir eine wichtige Lücke in der ambulanten psychosozialen Versorgung schließen und sicherstellen, dass Bürgerinnen und Bürger im Rems-Murr-Kreis mit dieser lebensverändernden Diagnose nicht alleine gelassen werden.“

Die Finanzierung von Krebsberatungsstellen ist in Deutschland noch nicht nachhaltig gesichert. Die neu gegründete Krebsberatungsstelle Rems-Murr wird zwar zum Teil von den gesetzlichen Krankenkassen finanziert, die restlichen Kosten tragen aber derzeit noch die Rems-Murr-Kliniken als Träger. Um die Kosten breit zu verteilen, werden weitere Fördermittel u.a. vom Land Baden-Württemberg beantragt. „Wir stärken mit der Krebsberatungsstelle nicht nur die sektorenübergreifende Versorgung, sondern verbessern für unsere Krebspatienten und andere Betroffene die onkologische Versorgung, die ja schon hervorragend ist. Wir hoffen daher auf weitere finanzielle Unterstützung, um diese wertvolle Arbeit zukünftig auszubauen“, erklärt Dr. Marc Nickel, Geschäftsführer Rems-Murr-Kliniken.

Weitere Informationen zu den Rems-Murr-Kliniken gibt es im Internet auf www.rems-murr-kliniken.de