Transarterielle Chemoembolisation (TACE)

Dieses Verfahren dient der Behandlung von Lebertumoren, sowohl des primären Leberzell-Karzinoms (HCC) als auch von Lebermetastasen anderer Tumore, wenn Operationen oder Chemotherapie nicht in Frage kommen oder nicht vertragen werden.
 
Die Leber besitzt eine doppelte Blutversorgung:

  • Über die Leberarterie, die aus der Hauptschlagader entspringt und
  • Über die Pfortader, welche das gesamte venöse Blut aus dem Darmtrakt, der Milz und der Bauchspeicheldrüse durch die Leber führt.

Die gesunde Leber ernährt sich zu 75-80% aus dem Blut der Pfortader. Es ist sehr nährstoffreich, wenn auch relativ sauerstoffarm. Die gesunden Leberzellen werden nur zu 20-25% durch die Leberarterien versorgt.

Wachsen Tumor oder Metastasen in der Leber, so versorgen diese sich dagegen fast ausschließlich aus Ästen der Leberarterien.
 
Über die Leberarterien können die Tumore deshalb gut erreicht und behandelt werden. Eine in die Arterien eingebrachte Chemotherapie und ein Verschluss von Leberarterien führen deshalb fast ausschließlich zu einer Schädigung der Tumorzellen und kaum der gesunden Leberzellen.
 
Über einen Katheter, der in der Regel über die Leistenarterie in die Bauchschlagader eingeführt wird, ist die Leberarterie gut zu erreichen. Über einen Mikrokatheter werden dann die Tumorarterien aufgesucht und dargestellt, sodass gezielt die Tumorversorgenden Arterien identifiziert werden können. Die Behandlung erfolgt in der Angiographie. Die Punktion der Leistenarterie wird in örtlicher Betäubung durchgeführt. Beim Vorführen des Katheters in die Bauchschlagader und die Leberarterie spürt der Patient nichts.
 
Für die Behandlung stehen verschiedene Substanzen zur Verfügung. Wir verwenden für die TACE meistens sogenannte Microspheren. Dies sind kugelige Partikel verschiedener Größendurchmesser, welche zunächst mit einem Chemotherapeutikum beladen werden. Sie dringen tief in die Tumorgefäße ein und verstopfen die Tumorkapillaren. Das Chemotherapeutikum wird dadurch im Tumor festgehalten und gelangt nur in geringen Mengen in den weiteren Kreislauf. Deshalb ist diese lokale Chemotherapie sehr gut verträglich.

Anschließend werden auch die Tumorarterien selbst verschlossen, z.B. mit etwas größeren Microspheren (Embolisation). Dadurch entsteht ein Tumorinfarkt, der zu einer Tumorschrumpfung führt.