Ozon-Nukleolyse der Bandscheibe

Neben chirurgischen Verfahren zur Therapie von Bandscheibenveränderungen existieren schon seit vielen Jahren auch mikroinvasive Methoden zur Verkleinerung der Bandscheibengröße. Zu diesen Verfahren gehört auch die Ozon-Nucleolyse.
 
Hierbei wird mit einer dünnen Nadel eine Bandscheibenpunktion durchgeführt. Dies geschieht unter örtlicher Betäubung und unter computertomographischer Kontrolle. Über diese Nadel wird ein Ozon-Sauerstoff-Gemisch injiziert. Der ganze Eingriff dauert etwa 30 Minuten und ist mit einem 1-tägigen stationären Krankenhausaufenthalt verbunden.
 
Die so genannte Chemo-Nucleolyse mit Ozon verwendet das farblose, scharf riechende, instabile Gas Ozon, welches eine große Oxidationsfähigkeit besitzt. Dieses Gas wird von uns unmittelbar vor dem Eingriff hergestellt und sofort verwendet. Es verbreitet sich sehr rasch im erkrankten Bereich, fördert die Sauerstoffzufuhr sowie die Durchblutung und vermindert Entzündungen. Ozon blockiert über mehrere Monate vor allem jene Schmerzreize, die von den Nerven in den geschädigten Bandscheiben ausgehen. Die Einwirkung des Ozons auf die Bestandteile des weichen Kerns der Bandscheibe (Nucleus pulposus), vermindert den Wassergehalt der Bandscheibe und reduziert damit das Volumen, welches auf die Nervenwurzeln drückt.
 
Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen eine Erfolgsquote von 60-70% (Schmerzrückbildung oder zumindest deutliche Besserung). Voraussetzung hierfür ist sowohl eine disziplinierte, physikalisch-korrekte Belastung der Wirbelsäule (nicht zu schweres Heben, richtige Haltung beim Heben etc.) als auch eine moderate sportliche Betätigung. Nutzen und Risiko stehen bei dieser Methode in einem ungewohnt optimalen Verhältnis, da durch das Ozon – es wandelt sich im Körper in reinen Sauerstoff um – keine Komplikationen zu erwarten sind.
 
Gegenüber operativen Methoden hat die Chemo-Nucleolyse mit Ozon den entscheidenden Vorteil, dass der Spinalkanal nicht beeinträchtigt wird. Es gibt praktisch keine postoperativen Narben, die sonst häufig die Ursache für Rückenschmerzen infolge von Operationen sind. Ein weiterer, ganz wesentlicher Vorteil dieser Behandlungsmethode liegt darin, dass sie auch mehrmals ohne irgendwelche Beeinträchtigung der Patienten wiederholt werden kann. 

Risiken und Vorteile
Die Chemo-Nucleolyse mit Ozon ist ein sehr risikoarmes Verfahren, da Infektionen als mögliche Komplikation aufgrund der besonderen antibakteriellen Wirkung des Ozons selten zu erwarten sind. Darüber hinaus wird die Methode unter hochsterilen Bedingungen durchgeführt.
 
Theoretisch besteht darüber hinaus das Risiko einer Einblutung durch die Punktion, was aufgrund des sehr dünnen Nadeldurchmessers bei normalen Gerinnungswerten jedoch fast ausgeschlossen ist.
Extrem selten können allergische Reaktionen auf das örtliche Betäubungsmittel auftreten (Schleimhautschwellung, Asthmaanfall, Schock). Diese können in seltensten Fällen auch zu lebensbedrohlichen Zwischenfällen oder zu bleibenden Schäden durch mangelnde Organdurchblutung führen.
 
Da die Therapie im Krankenhaus durchgeführt wird, steht Ihnen hier natürlich zu Ihrer Sicherheit ärztliche Hilfe sofort zur Verfügung. Nach dem Eingriff ist absolute Bettruhe von 6-8 Stunden einzuhalten, sie werden deshalb für den Eingriff stationär aufgenommen. Sie werden bis zum nächsten Morgen klinisch überwacht und können nach einem Abschlussgespräch am nächsten Tag nach Hause gehen.