CT-gesteuerte Sympathicolyse

Die Behandlung wird an der Brustwirbelsäule (thorakal) oder an der Lendenwirbelsäule (lumbal) durchgeführt.
 
1. Thorakale Sympathikolyse
Mit einer thorakalen Sympathikolyse (Nervenblockade des sympathischen Grenzstrangs im Bereich der Brustwirbelsäule) lassen sich Erkrankungen der Arme, Hände oder des Brustkorbs behandeln, die mit chronischen, medikamentös nicht behandelbaren Schmerzzuständen einhergehen, wie z.B.

  • Durchblutungsstörungen an den Händen (Raynaud-Syndrom)
  • Folgezuständen von Erfrierungen
  • Hyperhidrose (die krankhaft vermehrte Schweißabsonderung insbesondere an den Händen und in den Achselhöhlen, welche zu chronischen Hautschäden führt)
  • Tumorschmerzen
  • M. Sudeck

Für die thorakale Sympathikolyse liegt der Patient in Bauchlage im Computertomographie-Gerät (CT). Nach Desinfektion der Haut am Rücken im Bereich der oberen Brustwirbelsäule / unteren Halswirbelsäule und örtlicher Betäubung wird eine feine Kanüle (Injektionsnadel) seitlich an den betreffenden Wirbelkörper bis an das sympathische Ganglion (Nervenknoten) herangeführt. Dies geschieht unter Sichtkontrolle im CT. Die korrekte Lage der Kanüle wird durch Einspritzen einer kleinen Menge Kontrastmittel bestätigt. Durch die Kanüle wird dann das Betäubungsmittel injiziert, das den Nerven dauerhaft blockiert. Die Injektionsnadel wird dann entfernt und ein Hautpflaster aufgebracht. Der Eingriff erfolgt ambulant.
 
2. Lumbale Sympathikolyse
Die CT-unterstützte Betäubung (Sympathikusblockade) oder Verödung (Sympathikolyse) des sympathischen Grenzstranges in Höhe der Lendenwirbelsäule ist ein Eingriff zur Steigerung der Durchblutung des Beines. Das Verfahren wird angewandt bei Patienten mit

  • arterieller Verschlusskrankheit der Beine, die nicht operabel sind, bzw. in Ergänzung zu einer Gefäßoperation
  • zur Behandlung von Schmerzzuständen, die über das vegetative Nervensystem gesteuert werden, wie Phantomschmerzen nach Amputation
  • M.Sudeck

Im CT kann der Sympathikus millimetergenau lokalisiert werden. Unter örtlicher Betäubung wird dann eine Feinnadel bis an diesen Nerv vorgebracht. Nach Sicherung der korrekten Nadelspitzenlage erfolgt wiederum die Injektion eines Kontrastmittels und anschließend die Medikamentenapplikation um den Nerven. Dieses führt entweder zu einer vorübergehenden Betäubung oder aber länger anhaltenden Verödung des Nerven. Die Wirkung dieses Eingriffes setzt bei über 70% der Patienten sofort ein. Durch entsprechendes Gehtraining kann der therapeutische Effekt innerhalb der nächsten vier bis acht Wochen deutlich gesteigert werden.

 
Alle Verfahren werden in sogenannter „low-dose-Technik“ durchgeführt, was nur eine geringe Strahlenbelastung zur Folge hat. Komplikationen oder Nebenwirkungen sind durch das kontrollierte Vorgehen außerordentlich selten - meistens sind es Unverträglichkeiten der verabreichten Medikamente. Eine sorgfältige Indikationsstellung und eine gewissenhafte Vorgehensweise sind die besten Voraussetzungen für eine komplikationsfreie Durchführung dieser sehr sinnvollen Therapieverfahren.