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Pflegekonzept Basale Stimulation® in der Pflege

Damit das Mögliche entsteht,
muss immer wieder das Unmögliche versucht werden.
Hermann Hesse

Basale Stimulation® in der Pflege ist ein Konzept, das von dem Sonderpädagogen und Heilpädagogischen Psychologen Professor Andreas Fröhlich in den 70er Jahren zur Förderung geistig und körperlich schwerstbehinderter Kinder und Jugendlicher entwickelt wurde. Gemeinsam mit der Krankenschwester und Diplompädagogin Christel Bienstein wurde das Konzept in die Pflege übertragen.
Professor Fröhlich ging davon aus, dass schwerstbehinderte Kinder Erlebnis- und wahrnehmungsfähig sind. Diese Kinder und Jugendliche verspüren ein elementares Bedürfnis nach Wahrnehmung, Bewegung und Kommunikation. Für Außenstehende ist es oftmals schwierig diese Bedürfnisse zu erkennen. Der Mangel an sensorischen Reizen kann für die Betroffenen eine psychologische Isolation bedeuten. Professor Fröhlich entdeckte, dass jenseits der Sprache und den üblichen Lernvorgängen Kontakt mit diesen Kindern aufgenommen werden kann.
Es gilt gezielte systematische Informationen zu vermitteln und an bekannte Erfahrungen anzuknüpfen.

• Spüren der Körpergrenzen
• Sich in Bewegung erleben
• Reizangebote über Sinneswahrnehmung, Sehen, Hören, Schmecken, Riechen, Fühlen, Tasten...
• Entdecken des Körperinneren durch schaukelnde Bewegungen, Vibrationen
• Professor Fröhlich ging davon aus, dass die Kinder auf diese Anreize reagieren und konnte durch diese Art der Kommunikation ihre Fähigkeiten weiter fördern.

Diese Grundgedanken wurden in die Pflege übertragen. Schwerkranke, apallische und komatöse Menschen verspüren ebenso das Bedürfnis nach Wahrnehmung, Bewegung und Kommunikation.

Durch die Basale Stimulation® wird versucht die gesamte Wahrnehmung des betroffenen Menschen anzuregen und neu zu orientieren:
• seinen eigenen Körper mit allen Bewegungs- und Wahrnehmungsmöglichkeiten,
• die Haut als Kontaktstelle,
• die Empfindung der eigenen Lage im Raum,
• das Aufnehmen von Informationen aus der Umwelt mittels unserer Sinne. 

Das Ziel ist die frühestmögliche Aktivierung und Förderung. Dabei wird der Betroffene als gleichwertiger Partner gesehen mit seiner individuellen Geschichte und Fähigkeit zum Erleben.

Für welche Menschen ist die Basale Stimulation® besonders bedeutsam?
Für alle Menschen, die in ihrer Wahrnehmung beeinträchtigt sind:
• Frühgeborene
• Bewegungseingeschränkte Patienten
• Behinderte Menschen
• Somnolente, apallische, bewußtlose Patienten
• Patienten mit neurologischen Erkrankungen, Schlaganfallpatienten
• Beatmete Patienten 

Basale Stimulation® orientiert sich an der jeweiligen Befindlichkeit des Menschen.
Es geschieht als gemeinsame Interaktion. Wir bieten dem Menschen Impulse an und sind bereit uns auf ihn einzulassen. Der Mensch steht im Mittelpunkt. Im weiteren Handeln berücksichtigen wir seine Reaktionen. Dadurch bestimmt der Patient seine Pflege mit, er lernt zu vertrauen und erfährt Selbstbestimmung.

Basale Stimulation® ist an der Biografie und dem Lernpotenzial des Einzelnen orientiert.
Es ist keine Methode, keine Technik, sondern ein Pflegepädagogisches Förderkonzept. Hierbei handelt es sich nicht um eine festgelegte Therapie, sondern um Grundgedanken und Pflegehandlungen die immer wieder neu bedacht und angepasst werden können und müssen. Eine frühe Förderung und Stimulation ist bei allen Patienten von hoher Bedeutung. Je genauer das Wissen und Fühlen um oder über etwas ist, desto größer ist die Chance Wahrnehmung fördern und zurückgewinnen zu

Neun Ziele der Basalen Stimulation® nach Andreas Fröhlich

 

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